Aber es muss doch auch gute Seiten haben…

Wenn ich über meinen Alltag schreibe, überwiegen meistens die unangenehmen Erlebnisse im Alltag. Und leider ist es wirklich so, dass ich in den letzten Jahren jeden Tag Unangenehmes erleben musste. Neulich meinte jemand: „es muss doch auch schöne Sachen geben, denn sonst würde man sich ja nicht entschließen als Trans zu leben.“

Abgesehen von dem, dass man sich nicht entscheidet und es nicht freiwillig wählt, ist der Kern der Frage interessant und durchaus eine Betrachtung wert. Was bringt einen Menschen dazu, Kleidung, Haare und Makeup zu ändern, um als das andere Geschlecht in die Öffentlichkeit zu gehen – vor allem, wenn man weiß, dass die Gesellschaft bei weitem nicht so tolerant ist und Akzeptanz unendlich weit weg ist? Tja.

Ich war immer eine Frau. Kaufte ich Schuhe, dann beneidete ich die „anatomischen Frauen“ um ihre Auswahl. Manchmal ging ich durch den Laden und schaute in die Regale. Bis vor wenigen Jahren habe ich aber nur ganz selten gewagt, einen Schuh überhaupt in die Hand zu nehmen. Bei Modeschmuck, Accessoires, Kleidung ging es mir ähnlich. Ich beneidete die Frauen um mich und kaufte brav Männerklamotten.

Irgendwann klappte das Verstecken nicht mehr so. In mir rebellierte etwas und ich merkte, dass ich reagieren muss. Es gab diesen einen Augenblick, als ich eine Strumpfhose und einen Rock trug und das nicht allein in den eigenen vier Wänden… sondern in der Öffentlichkeit. Ich kann nur schwer beschreiben, wie es sich anfühlte, aber es war einfach richtig.

Als ich anfing mich zu outen, sagten einige Freunde, ich solle mich doch „neutral kleiden“. Immerhin würden jede Menge Frauen auch einfach Jeans und T-Shirt tragen und hohe Absätze seien nicht nur nicht gesund, sondern überhaupt nicht sexy. (Sorry. Ich habe noch nie gehört oder gesehen, dass jemand bei einer professionellen Liebesdienerin auf flache Schuhe bestanden haben soll.) – Aber ich hab das sogar wirklich versucht. „Neutral“. Als Österreicherin hab ich ja Neutralität im Blut, dachte ich, aber es war einfach nur ein Kostüm. Anders als als Mann raus zu gehen, aber es tat nicht gut. Es war nicht mein Stil. Ich fühlte mich, wie ein Punk im Anzug.

Seit ich mir die Freiheit nehme, ich zu sein, habe ich keinen Druck durch die Verkleidung. Ja, es trifft mich Spott, aber mein wahres Ich zu leben wirkt manchmal wie ein Schutzmantel.

Aber der wahre Vorteil ist in der Familie und bei meinen Freunden: ich muss nicht so tun, als wäre ich jemand anderes. Ich konnte mit Bier nie viel anfangen, aber es gehörte zum Rollenbild… die Themen bei Männerabenden, die Filmauswahl,…

Ja, es gibt eine gute Seite: ich bin ich – ich bin frei. Und das werde ich um keinen Preis der Welt wieder aufgeben.

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Und beruflich…

Ganz ehrlich, selbst als CIS hätte ich mit meinem Beruf mit meinem Alter und Familienstand in dieser Gegend nicht die besten Chancen. Ich bin über 40, gut ausgebildet und habe Familie – über meiner Bewerbung steht in großen Lettern „Vorsicht: kostet Geld!“ und dazu kommt, dass ich nicht ausreichend programmieren kann, um state of the art-Webdesign zu machen.

Nun bin ich nicht CIS und ich suche seit inzwischen über zweieinhalb Jahren einen Job als Mediengestalterin/Grafikerin. Neulich habe ich beschlossen, auch in den sozialen Medien zu suchen und habe folgendes auf Twitter gepostet:

Einige Antworten warfen die Frage auf, warum ich dazu schreibe, dass ich Transsexuell bin. Tja, ich möchte es einfach mal so sagen:

  • meine Stimme ist tief – jedes Telefonat outet mich.
  • mein Gesicht verrät mich – das Foto auf Seite eins der Bewerbung outet mich.
  • meine Zeugnisse lauten teilweise auf meinen alten Namen – der erste Absatz meines Lebenslaufs outet mich.

Ich verstehe nicht, warum ich es verschweigen sollte, denn ich bin eine Frau mit männlichem Chromosomenhintergrund. Goth, was gäbe ich dafür, dass ich den nicht hätte, aber es ist nun mal so und wenn ich an Arbeitgeber heran trete, dann mit Offenheit und ohne eine Maske, die nicht passt. Es gibt nichts, wofür ich mich schäme und ich habe nichts zu verbergen.

Ein Arbeitgeber hat mir in einem Gespräch mal gesagt: „Wissen Sie, ich hätte Sie gerne in meinem Unternehmen, aber meine Kunden sind teilweise Schützenvereine u.ä. – wenn diese Kunden ein Problem mit Ihnen haben, werde ich diese Kunden verlieren und das kann ich mir bei der aktuellen Wirtschaftslage nicht leisten.“

Ist das scheiße? Ja.
Ist das Diskriminierung? Ja.
Aber es ist wenigstens ehrlich.

Gutachter und Therapeuten…

Spricht man mit Menschen, die von Transsexualität betroffen sind kommen die Themen Therapie und Gutachten sehr oft zur Sprache. Stellt Euch mal vor, Ihr seid kerngesund. Aber ihr wisst, dass Euer Geschlecht im Ausweis, in der Geburtsurkunde, in allen Dokumenten falsch ist. Entsprechend stimmt auch der Vorname in den meisten Fällen nicht. Das muss Euch niemand sagen, das wisst Ihr ganz von selbst. Es ist ein Fehler in den Dokumenten und ihr wollt ihn beheben lassen.

MOMENT! So einfach ist das nicht. Was Ihr fühlt ist nebensächlich. Erstmal muss jemand bestätigen, dass ihr wirklich transsexuell sein. Wer wäre dazu besser geeignet, als ein Psychiater oder Psychotherapeut. Also sucht Ihr einen Therapieplatz und hofft, dass der Therapeut sich mit dem Thema auskennt. In der Stadt geht letzteres etwas leichter – am Land ist das schon eine riesen Hürde.

Ihr habe den ersten Termin und seid aufgeregt. Der Therapeut muss schriftlich bestätigen, dass eine Diagnose vorliegt: ICD-10 F 64.0 eine Störung der Geschlechtsidentität. Um also als gesunder Mensch den Fehler in den Dokumenten beheben zu dürfen, muss man eine Psychische Störung nachweisen können. Natürlich hatten die meisten Transmenschen ein Leben vor der Therapie und die wenigsten haben das Sich-verkleiden-müssen ohne Depressionen, Ängste, andere psychische Probleme überstanden. Ratet mal, worauf die Therapeuten losgehen? In den meisten Fällen ist es nicht die Indikation der Transsexualität, sondern die „Nebenerscheinungen“, die Therapieinhalt sind. Dazu kommt der „Alltagstest“, das man in allen Bereichen seines Lebens die gefühlte Geschlechteridentität lebt.

Nach üblicherweise 3-6 Monaten (oder wie ich erleben musste nach 25 Monaten) hat man endlich das Schrieben in der Hand. Warum ist das so wichtig? Dieses Schreiben – meist nur der Satz „es liegt Transsexualität F 64.0 vor“ – ist die Grundlage für jede weitere medizinische Behandlung (z.B. Hormontherapie). Ein kleiner Jubelschrei.

Aber: noch ist in den Papieren alles gleich. Zwar kann man mit der Indikation durchaus eine neue Versicherungskarte bei der Krankenkasse bekommen (ideal persönlich hingehen) und auch eine Ergänzungsausweis kann im Alltag hilfreich sein, aber offiziell ist das noch nicht. Also: zum Gericht. Für mich lief alles ein wenig anders ab, da ich als Österreicherin einen komplett anderen Ablauf erleben durfte und darf.

Um den Personenstand und den Namen ändern zu dürfen muss man Gutachten vorlegen. Was ist also so ein Gutachten?

Ein Gutachten ist ein nach einem oder mehreren persönlichen Gesprächen ausgestelltes Schriftstück, das dem Gericht und allen Ämtern und wem auch immer bestätigt, dass Ihr transsexuell seid. Dazu muss ein Gutachter Euch also sehen und befragen. Als ich einen Gutachter suchte, wurde ich von einem gewarnt, der von den Transfrauen verlangt, im Rock zu erscheinen und den Oberkörper während des Gesprächs frei zu machen. Gutachter sind der Albtraum jedes Transmenschen: fremde Menschen haben in der Hand durch intimste Fragen und Aufgeben (wie man einen Ball fängt oder einen Pullover auszieht) zu entscheiden, welches Geschlecht man hat.

Bedenkt man, dass Gutachten für alles mögliche gemacht werden und dass sich die Kosten zum Beispiel für Verkehrstauglichkeit nach Alkohol-/Drogenkonsum etwa 100 – 500 € kosten, dann wirkt es schon sehr interessant, dass man als Transmensch durchaus 1000 – 3000 € bezahlen muss.

Mit dem rechtskräftigen Urteil kann man dann alle Ausweise neu beantragen, kann eine neue Rentenversicherungsnummer bekommen, kann Zeugnisse neu anfordern, kann mit Standesbeamten diskutieren, ob Heiratsurkunde und Geburtsurkunden der Kinder umgeschrieben werden…

Am Ende hat man neue Papiere und bescheinigt, dass man eine Geschlechtsidentitätsstörung hat und man braucht, wegen dem ganzen Stress wirklich eine Therapie.

Kannst du nicht mal…

Es ist eigentlich erstauntlich, denn immerhin wohne ich in einer Gegend mit nicht all zu vielen Transmenschen, dennoch höre ich folgende Frage immer wieder:

„Du, ich kenne da jemanden, der hat die gleiche Sache wie du. Könntest du mal mit dem ähem der reden?“

Was habe ich denn? Es klingt wie eine ansteckende Krankheit, etwas, über das sich nur Eingeweihte unterhalten dürfen und können. Verdammt noch mal, ich bin eine Frau, die mehrere Jahrzehnte Erfahrung im Verkleiden vorweisen kann. Ich bin nichts besonderes. Gut, ich rede öffentlich über Themen, die sonst unter dem Mantel des Schweigens verschwinden. Aber das macht mich nicht zum Sprachrohr oder zur Seelenverwandten aller Trans*.

Ich helfe gerne, wenn ich Menschen kennen lerne, aber Menschen kennenlernen, weil erwartet wird, man könne ihnen helfen, das belastet mich.

Was „Normale Durchschnittsmenschen“ schwer zu vermitteln ist: es gibt viele Gründe, warum Menschen sich entgegen ihres anatomischen Geschlechts kleiden und verhalten. Das kann von einem sexuellen Fetisch bis zu Transsexualität, von „Ich mag es auf Parties Frau zu sein“ bis einer nichtbinären Genderidentität echt vieles sein.

Nicht jede Person, die Frauenkleidung trägt ist tranggender/transident/transsexuelle. Und schon gar nicht gleichen sich die Wege und Erfahrungen der Menschen. Von mir zu erwarten, ich könne mit jemanden gut auskommen und über intimste Erfahrungen reden, nur weil die Person im besten Fall auch transgender ist, ist ein starkes Stück.

Es wäre ja eigentlich keine schlechte Frage, wenn nicht von vorne herein erwartet würde, dass ich Ja sage. Was soll ich jetzt tun? Mir tut die Person ja leid, mit deren Problem sich offensichtlich kein CIS Mensch hier beschäftigen will, weil sie glauben, die stadtbekannte Transe könne viel besser helfen. Und wahrscheinlich ist der einzige Grund, warum ich besser helfen kann, dass ich einfach die Person betrachte und mit mal anhöre, was sie bewegt, was sie Braucht, sucht und welche Hindernisse ihr Leben so schwer machen.

„Konntet ihr euer Geschlecht aussuchen? Ich nicht!“

Eigentlich hatte ich gar nicht vor, am Montag Morgen zu bloggen. Aber zufällig bin ich heute in ein paar Situationen geraten, die ich mit Euch teilen will. Eigenartigerweise müssen auch Transmenschen und deren Familien essen und somit einkaufen. Wir tun das nicht in eigenen Transsupermärkten, nein, wir erlauben uns dafür ganz normal in den Markt um die Ecke zu gehen. Heute war es der mit dem großen blauen E auf gelben Grund. Das Personal ist seit Jahren an mich gewöhnt, aber die (Berufs-)schüler, die dort einkaufen, sind mit meiner Gegenwart regelmäßig überfordert.

Während ich als versuchte die Müsliriegel zu finden, die meine Kinder am liebsten essen, höre ich ein Tuscheln. Zwei Mädels glotzen mich an und kichern. Plötzlich kommt eine dritte dazu. „Schau, eine Transe,“ sagt diese zu den beiden anderen. Ich reagiere, indem ich mich hektisch umschaue und „wo? wo?“ rufe. Dann schaue ich die drei an, die in Schockstarre verfallen sind und gehe sogar auf sie zu. „Konntet ihr euer Geschlecht aussuchen? Ich nicht!“

Dieser Satz ist nicht unhöflich und scheint einen Denkprozess anzustoßen. Es ist die Frage, auf die ich aber auch wirklich gerne eine Antwort hätte, denn ich hatte tatsächlich keine Wahl. Die schweigenden Damen hinter mir lassend beendete ich meinen Einkauf nun ungestört.

Zuhause angekommen telefonierte ich mit der Hausverwaltung. Die Dame am Telefon notierte mein Anliegen und Telefonnummer und wollte den Satz beenden mit „… und sie sind Herr…“ – „Nein, Frau J. Aber das ist eine lange Geschichte. Kurz gesagt: Transsexualität. Also Frau.“

Am Telefon ist meine Stimme mein Feind. Der tiefe sonore Basston ist zwar gut verständlich, wird aber eindeutig als männlich verstanden. Natürlich könnte ich Logopädie machen und mit Stimmübungen meine Tonlage verändern, aber ich habe Angst, dass ich damit etwas verändere, das ein wesentlicher Träger meiner Emotionen und meiner Persönlichkeit ist. Meine Kinder versinken in meine Geschichten und ich habe einfach Angst, das zu verlieren – einen Teil von mir zu zerstören. Dieses Haltung hat mir bei anderen Transfrauen schon einiges an Kopfschütteln beschert.

Nun möchte ich aber ein Beispiel bringe, das mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat. Auf Twitter habe ich folgenden Tweet gefunden:

Es kommt selten vor, dass eine nicht-trans Person (CIS) darüber nachdenkt und das öffentlich schreibt, was Transmenschen ertragen müssen. Über die Situation mit Gutachten werde ich sicher noch mal schreiben, aber das faszinierende hier: @mixkasette hat sich Gedanken gemacht, was es bedeutet und somit gezeigt, dass es Menschen gibt, die nicht trans sind und die trotzdem über unsere Probleme nachdenken. Danke!

Eine haarige Angelegenheit…

Heute hatte ich einen miesen Tag, die Stimmung düster und einfach das Gefühl, an meinem Körper passe gar nichts. Es wahrscheinlich nicht leicht zu verstehen, dass eines meiner größten Probleme die Haare sind. Einerseits hab ich auf dem Kopf ziemlich wenige, andererseits zwischen Zehen und Augenbrauen einfach zu viele. Meine Selbstwahrnehmung sieht manchmal in etwa so aus:

gorilla

Wenn ich jemanden das Problem schildere bekomme ich meistens sehr liebe Tipps. Allerdings kann ich nur schwer vermitteln, wie hartnäckig dieser Wildwuchs ist. Darum hole ich jetzt ein wenig aus. Man kann rasieren, epilieren, waxing oder sugaring machen, dauerhafte Entfernung mittels Laser, IPL oder Nadelepilation. Ich gehe mal auf die einzelnen Techniken ein:

Rasieren: Um es zu verdeutlichen: das Foto zeigt meinen Unterarm, zwei Tage nachdem er rasiert wurde. Ich müsste also täglich den ganzen Körper rasieren, um eine glatte Haut zu haben. Meine Behaarung ist, wie am Bild hoffentlich erkennbar ist, einigermaßen dicht. Abgesehen davon, dass ich für den Rücken Hilfe brauche. Nebeneffekt: Hautreizungen.

Epilieren: Abgesehen davon, dass es eine ziemlich schmerzhafte Prozedur ist, reicht der Akku meines Markenepilierers gerademal für entweder beide Arme und die Beine. Brust und Bauch sind von den Schmerzen her kein Spass, Schultern und Rücken sind unmöglich. Wirksamkeit: nach 3-4 Tagen sieht der Haarwuchs gleich aus, wie am Foto oben. Wegen Krampfadern soll ich die Beine generell nicht epilieren.

Enthaarungscreme: man riecht wie ein Dixieklo und es entfernt bei weitem nicht alle Haare. Die Haare müssen eine gewisse länge haben. Hautreizungen bekommt man gratis (auch mit den sensitiv Produkten). Wirksamkeit: genau wie Rasur – nach zwei Tagen störende Stoppel.

Waxing: egal ob Kalt- oder Heißwachs, beides ist nicht angenehm. Leider habe ich davon regelmäßig blaue Flecken, die länger halten, als die erwünschte Wirkung. Kosten: Heimanwendung erwies sich als wenig erfolgreich, im Studio: 100€ – Nach 4-6 Tagen sind die Haare wieder so wie am Foto oben.

Sugaring: weniger blaue Flecken, weniger schmerzhaft, etwa 20 € teurer. Wirksamkeit: 4-6 Tage.

Laser und IPL: Mit Licht wird die Haarwurzel erwärmt und somit werden die in der Wachstumsphase befindlichen Haare (und nur die) an der Wurzel schwer beschädigt und wächst „dauerhaft“ nicht mehr nach. Leider ist es kein „lebenslang“, sondern nur ein sehr sehr lang. Die Technik funktioniert nur bedingt bei hellen (grauen) Haaren und außerdem machen einige Medikamente die Haut lichtempfindlich – was bei mir der Fall ist. Kosten: 60-80€ pro Sitzung, sehr Schmerzhaft, relativ lange wirksam.

Nadelepilation (=Elektroepilation): Vereinfacht gesagt wird in jede Pore eine Nadel eingeführt und unter Strom gesetzt. Die Galvanische und/oder thermische Wirkung tötet die Haarwurzel (wirklich) dauerhaft ab. Es klingt schmerzhaft und ist es auch. Die Haare werden danach aus der Pore gezogen, müssen daher eine gewisse Länge haben (zwei Tage nicht rasieren). Was für den Bart schon extrem schwer wäre. Kosten zwischen 1 & 2€ pro Minute.

Laser, IPL und Nadelepilation brauchen lange Behandlungszeiten, für die Entfernung des Bartes kann man mit 4-6 Jahren bei wöchentlicher Sitzung rechnen.

Generell kann man Haarentfernung von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Dafür ist der Nachweis eines erheblichen Leidensdrucks durch einen Therapeuten oder Psychiater erforderlich, dann noch eine Erklärung vom Hautarzt, dass die Behandlung nötig ist, und man sollte einige Monate Hormontherapie vorweisen können (die nachweislich selten nur ein einziges Haar verschwinden lassen kann). Dann werden die Kosten für Entfernung vom Bart und vom Dekolleté  übernommen. Rücken, Schultern, Oberarme, Po,… tja, ich sage mal so: da muss man einen sehr langen Atem haben und selbst dann sind die Chancen nahe Null.

Ich merke, dass ich Brüste bekomme. Langsam, jeden Tag verändert sich kaum merklich meine Oberweite.  Was sich nicht verändert ist die Behaarung. Ja, mit der Zeit wachsen die Haare langsamer. Mit Glück werden sie auch dünner. Aber bis dahin bin ich stachlig wie ein Kaktus. Und heute, heute will ich aus meiner Haut raus. Ich sehe die Haare und ich spüre sie. Wie sie sich an der Haut und der Kleidung reiben. Und leider lässt meine Haut nicht zu, das ich mich täglich rasiere. Im Gesicht noch am besten, aber andere Stellen… mit Glück einmal in der Woche – Heute hatte ich kein Glück.

Tage, wie dieser, machen es mir schwer, an eine gute, glückliche Zukunft zu glauben, an eine Zukunft, in der ich mit mir selbst im Reinen bin. Tage, wie dieser, zeigen mir, dass ein Chromosom einen riesigen Unterschied ausmacht. Tage, wie dieser, fühlen sich an wie „mein Körper – mein Feind“. Tage, wie dieser, haben 24 Stunden und hoffentlich sieht die Welt morgen anders aus.