Monat: Juli 2017

Keine Energie… 

Das Warten auf die Krankenkasse führt inzwischen zu einer Belastungsdepression. Mit fehlt selbst für den Alltag meist die Kraft. Daher ist es derzeit sehr still hier… Drückt einfach die Daumen 

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Eine Frage… 

Wir waren kürzlich in der Wochenendaufgabe des Berliner Kurier. Leider konnte ich kein Exemplar bekommen… Hat jemand von euch eines, das ich abkaufen könnte? 
Edit: dank Rudybaer bekommen wir ein Exemplar! Danke, alter Blogfreund! 

Frühstück, Kaffee, Hitze und mimimi…

Es ist kurz vor 10 und ich sitze beim Frühstück. Das ist die schönste Seite der Ferien. Meine Jungs essen jeder die 3. Schüssel Cornflakes (der Sammelbegriff für jede Art Cerealien) während ich meinen Kaffee nachgieße und e-Mails beantworte.

Die Nacht war wieder ein wenig zu warm… was ich am besten damit beschreiben kann, dass ich nach dem Aufstehen am liebsten ins Wasser möchte. Schwimmbad wäre fein, aber leider spielt meine Haut durch die Hitze noch weniger mit, wenn es darum geht, mich zu rasieren. Im Gesicht geht es einigermaßen, aber mein Brustbart läßt sich derzeit nur unter Stoff verstecken. Genau das, was ich an einem heißen Tag brauche: hochgeschlossene Klamotten.

Nicht, dass ich keine sommerliche Kleidung hätte, die etwas luftiger wäre, aber die zeigt mehr meiner sekundären Geschlechtserkmale und das belastet mich. Und da ich Hitze besser aushalte als die psychische Belastung, wenn mir die Leute mit offenem Mund in den Ausschnitt starren (und ja, das passiert wirklich) – ziehe ich eben Shirts ohne weiten Ausschnitt und mit 3/4 Ärmel an…

Neulich habe ich davon geträumt, dass ich den Oberkörper haarfrei hatte… als ich aufwachte und meine Haare spürte war die Aggression gegen mich wieder da, diese Wut gegen den eigenen Körper, diese … Dysphorie. Aber für die medizinischen Experten beim MDK und den Krankenkassen ist das irrelevant.

So sitze ich da, trinke meinen Kaffee und bin froh, dass meine Jungs da sind und mir Geschichten von Lego und den Pinguinen aus Madagascar erzählen und mich so von den depressiven Gedanken ablenken.

Ich will nicht jeden Tag über meinen Körper jammern, nichtmal jeden Tag darüber nachdenken. Es gäbe eine Behandlung, die wahrscheinlich die meisten Psychopharmaka, die ich einnehme, unnötig machen würde, weil sie die Ursache meiner psychischen Belastung beseitigen würde, aber die Bürokratie der Krankenkasse bezahlt lieber Therapien, Klinikaufenthalte und jede Menge Medikamente, statt einer Laserbehandlung… ein krankes System.

Von wegen Wirtschaftlichkeit. „So dürfen wir aber nicht rechnen“, sagte mir so mancher Sachbearbeiter der Krankenkasse. Vielleicht sollten sie aber genau so rechnen: denn ich bin am Limit und die Wartezeit auf die Bearbeitung des Antrags macht es nicht leichter… ich bin am Limit und fühle mich manchmal so, als wäre ich schon mitten drin in einem Zusammenbruch… naja, ich werde, wenn ich in einer Klinik lande, die Kostenaufstellung des Krankenhauses anfordern und der Krankenkasse unter die Nase halten. Kosten, die man sich sparen hätte können… 

Sommerferien…

Morgens ausschlafen. Das ist etwas ganz besonderes. Und meine Kinder sind gothseidank keine Frühaufsteher. Abends bewegen sie sich ungern ins Bett, dafür haben wir morgens eigentlich Ruhe im Haus. Kennt ihr das Konzept des selbstbestimmten Schlafengehens? Eine herrliche Erfindung: Die Kinder schlafen dann, wenn sie müde sind und man muss sie nicht wecken… Keine Motzigkeit, weil jemand nicht einschlafen kann und keine üble Laune, weil ein Wecker jemanden aus dem Bett reißt.

Okay,… für die Kinder ist das in den Ferien machbar. Für meine Frau und mich nur bedingt. Ihr Wecker klingelt, denn ihr Arbeitgeber hält nichts von vollflexibler Gleitzeit 😉 Leider. Aber ohne Schule können wir einige Zeit länger im Bett liegen und das ist schon ein ziemlicher Genuss.

Ansonsten kann ich meinen Zustand als urlaunbsreif beschreiben. Die Krankenkasse hat mir heute ein Schreiben geschickt, dass die Bearbeitung des Antrags noch immer nicht abgeschlossen werden kann…. weitere 2 Wochen werden benötigt. Ich könnte heulen. Nein, ich heule – immer wieder unvermittelt. Ich bin müde und leer und kraftlos. Ja, ich weiß, das ist eine Depression und verdammt nochmal ich kenne die Ursache, aber ich kann nichts machen. Meine Kinder brauchen Betreuung und meine Frau braucht ihren Job. Ich weiß, dass ich Hilfe bräuchte … egal wie, aber irgendwie muss es gehen. Gothseidank gibt es Medikamente…

Ich schaffe die nötigsten Dinge im Haushalt… die Kinder sind versorgt, werden bekuschelt und ich spiele viel mit ihnen… Ich habe heute notiert, dass ich Wäsche machen will, den Zettel aber irgendwo verloren. Die Spülmaschine und Küche hab ich geschafft und ich bin angezogen und zwar so, dass ich sogar raus könnte…

Raus… Gestern hatten wir die Möglichkeit einen Ausflug zu machen und das Wetter spielte nicht mit, heute scheint die Sonne zum Trotz ununterbrochen zum Fenster rein… alles läuft, aber ein wenig neben der Spur. Mir fehlt, nach dem wochenlangen Warten auf die Krankenkasse wirklich die Kraft für Kleinigkeiten. Ich höre die Rolling Stones – Mothers little helper … und hoffe, dass ich die Antwort der Krankenkasse bekomme, bevor ich gänzlich zusammen breche.

Selbstbestimmtest Schlafen… ich schlafe übrigens seit einigen Wochen kaum. Kann nicht einschlafen, nicht durchschlafen, wache beim kleinsten Geräusch auf, träume mieserabel und bin ständig müde. Auch davon kenne ich die Ursache… ich warte darauf, dass ich endlich die Behandlungen genehmigt bekomme, die ich brauche. Seit Mai… nun nochmal 2 Wochen länger… jetzt sind es schon 9 Wochen… verdammt, ich habe kein ekraf mehr für den Scheiß.

Gedanken… 

Ich bin nachdenklich. Das Warten auf den Brief der Krankenkasse kostet viel Energie. Ich bin derzeit sehr oft müde und fühle mich kraftlos. Ja, ich weiß, das ist eine Depression und ich bin mir bewusst, wie gefährlich das sein kann. 

Aber im Moment bin ich einfach nicht ganz da. Ich mache keine großen Pläne, gehe den alltäglichen Aufgaben nur mühsam nach,… Ich habe keine Kraft. 

Genau an so einem Tag muss ich etwas am anderen Ende der Stadt erledigen und prokrastiniere indem ich Schuhgeschäfte abklappere – selbst das eher lustlos. 

Wenigstens die Busfahrerinnen sind nett und gesprächig. Ein wenig plaudern hilft, auf andere Gedanken zu kommen. Zumindest theoretisch. Jedes zweite Gespräch dreht sich um „wo fahrt ihr im Sommer hin?“ oder „wie geht’s dir mit dem Antrag?“ und schwupp bin ich wieder in der Schleife…

Zuhause mach ich mir frischen Kaffee… Und genieße die Stille, bis meine Kinder aus der Schule kommen