Viel los…

Die Reaktionen auf das Nachtcafé sind überraschend positiv. Schon während der Sendung erreichten mich die ersten E-Mails von anderen trans* Menschen und Angehörigen. Ehrlich gesagt, ich hatte keine Vortellung, wie viele Menschen mich nach der Sendung anschreiben würden. Im Moment bin ich dabei, den Stapel an Mails zu beantworten – noch nie hatte ich so viel „Post“ auf einmal auf den Tisch.

Dabei bin ich eigentlich schon auf halben Weg zum nächsten Termin. Morgen fahre ich nach Berlin… denn am Dienstag bin ich live im Studio bei Sat1 (und meine Familie wird in einem Beitrag dort auch zu sehen sein).

Gerade sitze ich auf der Couch und genieße diesen Moment der Ruhe. Atme durch. Schaue einfach mal zum Fenster raus und ja, ich habe vorhin einige Zeit einer Amsel zugehört. In den letzten Wochen war viel los und die nächsten beiden Wochen sind alles andere als entspannend.

Diese Woche Berlin, die darauf folgende Hamburg. Ich bin nicht fürs Jetsetleben geschaffen 😉 Was ich in Hamburg mache? Ich bin zur Verleihung des Emotion Awards eingeladen, denn – Trommelwirbel – ich bin Finalistin! Ja, ich bin tatsächlich als Frau der Stunde ins Finale eingezogen und suche derzeit im Kleiderschrank verzweifelt nach dem Outfit, das ich für so einen Anlass anziehen könnte 😉

Ursprünglich hatte ich ja schon gesagt, dass ich nicht nach Hamburg fahren kann, aber dann schrieb mir EMOTION, dass sie einen Teil der Reisekosten übernehmen würden und da konnte ich dann nicht mehr nein sagen. Vor allem, weil ich dort Christine Finke (@mama_arbeitet) wieder treffen werde, die in der gleichen Kategorie nominiert war und es auch ins Finale geschafft hat.

Einen kleinen Dämpfer bekam ich die vergange Woche, als die Krankenkasse anrief und mir sagte, es würden Unterlagen für die Begutachtung meines Antrages fehlen. Gothseidank habe ich eine Schweigepflichtsverzichtserklärung abegegeben, sodass die Kasse die Auskünft direkt bei meinen Ärzten einholen kann, aber der Antrag wird definitiv 2-3 Wochen länger brauchen, als ursprünglich geplant. Und das obwohl ich seit mehr als einem Jahr ganz gezielt die Mitarbeiter der Barmer gefragt habe, welche Unterlagen ich für den Antrag brauche. Leider – so muss ich wieder sagen – sind die Auskünfte, die ich im Vorfeld erhielt teilweise unvollständig und falsch gewesen. Ein Schelm, wer dahinter eine Absicht oder Strategie vermutet.

Als die Mitarbeiterin der Barmer am Mittwich mit mir telefonierte (ich war gerade in Baden Baden im Hotelzimmer und wollte mich nach der Zugfahrt eigentlich nur kurz frisch machen, bevor ich in die Maske musste)… tja, da sagte sie es würde endokrinilogischer und urologischer Verlaufsbericht fehlen. Ich verwies sie an meinen ENdokrinologen und fragte, wie denn der urologische BEricht aussehen solle… denn ich habe die Veränderung meiner Genitalien zwar beobachtet, aber nicht protokolliert und vor der HOrmonbehandlung war ich lediglich zur Prostatauntersuchung beim Urologen (eine wichtige Vorsorge, die man nicht auslassen sollte!)

Ich vernahm eine gewisse Sprachlosigkeit aus dem Münsteraner Büro. Denn sie – die zuständige Bearbeiterin – konnte mir beim besten Willen nicht erklären wie so ein urologischer Verlaufsbericht aussehen sollte. Vor allem hatte mir in den letzten Jahren nie jemand der Barmer-Mitarbeiter auch nur angedeutet, dass ich sowas brauchen würde. Ich verwies darauf, dass der Arzt, der mich operieren will mein Urologe ist und mich entsprechend untersucht hatte – das Schreiben dazu fand sie ohne Probleme.

Tja, nun warte ich wieder einmal. Statt bis zum 26.6. nun bis zum 18.7. Verzeiht mir, wenn ich das Verhalten der Krankenkasse nur noch mit einem Kopfschütteln kommentieren kann. Dabei ging es in diesem Anruf nur um die Geschlechtsangleichende OP. Bei der Sachbearbeiterin für die Haarentfernung rechne ich nach meinen bisherigen Erfahrungen auch mit Problemen. Ich starte also mit leichten Bauchschmerzen in eine Woche, in der ich eigentlich gut gelaunt und energiegeladen sein sollte.

Aber ich freue mich auf Berlin. Morgen Abend gehe ich mit einer Freundin essen und nach dem Liveauftritt treffe ich eine Bestsellerautorin (das zu schreiben tut schon mal gut) und die Organisatorin eines bedeutenden Blogger-Events zum Kaffee (ich kann euch förmlich schmunzeln sehen!)

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5 Gedanken zu “Viel los…

  1. Hallo, ich habe auch dass Nachtcafe gesehen, zusammen mit meiner Frau. Es war nunmehr innerhalb eines Monats die zweite Nachtcafesendung mit einer Frau mit transidentem Hintergrund. Und ich war beide Male positiv beeindruckt, daß sich der Umgang mit dem Thema doch scheinbar normalisiert. Du hast Dich bestens geschlagen, ein Mutmacher für Betroffene.
    Liebe Grüße
    Johanna

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  2. Es wird Zeit, dass auch gesetzlich die Krankenkassen in die Pflicht genommen werden und nicht jeder Sachbearbeiter* machen kann, was er* will. Wir brauchen medizinische Hilfe zur Geschlechtsangleichung und das alles hat nichts mit Lifestyle zu tun, sondern mit der Geschlechtskörperdiskrepanz. Darum ist es toll, wenn Du über das ganze Thema informierst. Ich hoffe, dass bei den nächsten Sendungen und Medienterminen nicht wieder das rausgeschnitten wird, was uns allen wichtig ist: Verbesserungen im rechlichen und medizinischen Bereich – und die entsprechende Petition. Danke, dass Du dazu gebloggt hast und die Petition unterstützt!

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Nina 🙂
    Auch ich mag mich gerne bedanken, dass Du uns hier so Teil haben läßt.
    Es ist ja schon irgendwie fast ein bißchen unfair, dass wir eine so große Chance bekommen, dich besser kennen zu lernen – während Du selbst von den Lesern und Zusehern vermutlich kaum etwas weißt.

    Es hat mich vorhin sehr berührt und für dich gefreut, als Du erzähltest, wie Ihr in eurer Ehe zu jener ehrlichen Offenheit gefunden habt, mit deinem Weg zu dir selbst – und wohl irgendwie auch zu EUREM – gemeinsam umzugehen.
    Authentizität… ja, sie macht dich sehr sympathisch, warmherzig und … hm…. zu einem Menschen, mit dem ich zumindest sehr gerne befreundet wäre.

    Ich wünsche dir und euch für den weiteren Weg und auch die Öffentlichkeitsarbeit viele positive und entwicklungsfördernde Begegnungen und weiterhin guten Mut, Du selbst zu sein.
    Danke 🙂

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