Vatertag. Der Tag, den ich nicht verstehe… 

Einmal ausschlafen. Zumindest war das der Plan. Aber irgendwie hatte ne Bande junger Trunkenbolde früh morgens  Sauflieder unter meinem Fenster angestimmt und meine letzte Möglichkeit auf Schlaf genommen.

Ich finde den Vatertag furchtbar. Nein, ich finde die Art und Weise, wie Männer hierzulande Vatertag feiern furchtbar. Statt gemütlich den Tag mit Familie zu verbringen und dort zu feiern wird gesoffen. Verzeihung, das verstehe ich nicht.

Der Vatertag ist für mich immer ein Sinnbild dafür, dass ich die männliche Welt nicht verstehe. Ich habe noch nie Vatertag „gefeiert“ und werde es nicht. Ich beobachte, wie sich Väter und andere Männchen öffentlich um den Verstand saufen und schüttle den Kopf. 

Stattdessen blieb ich zuhause… Mit den Kindern spielen, Zeit mit den Menschen verbringen, für die ich Frau und Papa bin. Und Musik hören. Laut. Damit ich das Gegröhle vom Bahnsteig nicht ertragen muss… Am besten Rock und Metal.

Und nun liege ich in der Wanne. Stille. Theoretisch. Im Badezimmer ohne Fenster höre ich die Betrunkenen etwas gedämpfter. Etwas leiser. Aber immer noch deutlich genug, um zu sagen: Ich verstehe diese Männer nicht. 

Ich tauche ab. 

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15 Gedanken zu “Vatertag. Der Tag, den ich nicht verstehe… 

  1. Ich verstehe die Spezies Mann im Allgemeinen nicht. Mal von dem angesprochenen,tumben Feiertagsbrauch abgesehen. Wieso mögen Männer Baumärkte und suchen mit einer Akribie irgendeinen wasweißich-Flansch. Und ich verstehe oft nicht die offenbar Geheimsprache der Männer, bzw. meiner männlichen Kollegen, an der sie mich zwar teilhaben lassen, aber ich überhaupt keinen Zugang habe. Und warum interessieren mich technische Daten so gar nicht, weil ich mit meinem Auto einfach nur sicher von A nach B kommen möchte.

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    1. Wieso mögen Frauen (wie ich Verallgemeinerungen liebe ^^) Schuhläden und Shopping. Wieso flippen sie maßlos aus wenn ein „Knöchelbrecher“-Pump eine rote Sohle hat und einige hundert Euro kosten soll?
      Warum reden Frauen in Gruppen so schnell, so viel und so laut? Warum können die nicht alleine pullern gehen? Warum kreischen sie wie kleine Babys wenn sich ein gutgebauter Mann auszieht, statt zu schauen, nicht quieken? Warum sind Frauen manchmal echte Ars**krampen als Kolleginen und betreiben Grüppchenbildung gegen wenige? Warum sind Nagellack, Schmickzeugs und Klamotten so arg beliebte Themen?

      Viele Fragen, einfache Antworten. Weil jeder so seite Vorlieben und Interessen hat. Muss man nicht alle teilen oder gutfinden, es kann geschlechtspezifisches sein, muss aber nicht.
      Leben und leben lassen und eine gute Portion Humor und Toleranz, dann passt das schon.
      Solange feiernde Männer/Väter niemand anderem zuleibe rücken oder unangenehm doof auffallen, lass sie doch Spaß haben. Schmunzel Dir eins und fertig. Dann schmunzeln andere auch leichter über die Macken die Dich aus- und liebenswert machen. =O)

      Liebe Grüße

      PS.: Ich LIEBE Baumärkte, ich fahre voll drauf ab, ich könnte Stunden damit zubringen Kleinteile für meine Projekte zusammenzusuchen. Und warum? Weil ich supergerne werkele und schraube und baue. Na und? Bin kein Mann. Vielleicht auch keine typische Frau, aber wer will schon in eine Schublade =O)

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  2. Nina, diese Männer sind so überzeugte Männer, wie Du Frau bist. Davon abgesehen, dass viele Väter diesen Tag sehr gerne gemeinsam mit ihrer Familie verbringen, eine Radtour machen, spazieren gehen, wissen auch viele Singles mehr mit diesem Tag anzufangen, als sich die Hucke vollzusaufen. Ein bisschen selbstgerecht hört sich Dein Blogeintrag zum heutigen Anlass an. Du bist einen Weg gegangen, der für andere ebenso wenig vorstellbar ist, wie für Dich, den Vatertag vielleicht zu ausgelassen mit Freunden und (zu) viel Alkohol zu verbringen. Ich verstehe Deine Gedanken, ich habe den Vatertag auch nie so verbracht oder darin den Sinn gesehen.

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  3. Unser Sohn wird nun 7 Jahre alt. 7 Vatertage, die mein Mann nicht als Vater verbracht hat sondern als Mann beim Saufen. Auch dieses Jahr war ich traurig, dass er sich für eine Aktivität ausserhalb unserer kleinen Familie ausgesucht hat. Totzdem habe ich ihm viel Spaß gewünscht und innerlich gehofft, dass ich ihn nicht des Nachts aus irgendeinem Graben pflücken muss, denn er neigt dazu zu übertreiben, die Grenze zu überschreiten. Kurz nach 22 Uhr hörte ich sie nach Hause kommen. Schatz und den Nachbarn (A). Sie wurden von A’s Schwärgerin im Auto mitgenommen. Meine Hochachtung an diese Frau drei Besoffskies zu kutschieren. Ich gehe zu ihnen. Alle sind noch gut gelaunt. Ich biete Schatz noch etwas zu essen an, denn es ist noch was übrig von heute Mittag. Die drei horchen auf.

    ‚Boah noch was zu futtern! Geil‘ ‚Wir gehen noch in die Garage ein Gute-Nacht-Bier trinken‘

    Ich verstehe es nicht. Männer, ihr seid doch zu Hause. Habt doch schon den ganzen Tag mit Bier verbracht. Warum warum warum muss man sich jetzt noch in die Garage setzen? Ich raffs einfach nicht.

    Ich gehe in die Küche. Bratpfanne auf den Herd, Zwiebeln und Hack angebraten, Tomaten, Reste von Tomatensoße und Spaghetti sind schnell zusammen gemischt, ein bisschen würzen. Fertig. Und so schleppe ich die volle Pfanne, Teller und Besteck zurück in A’s Garage. Mein Mann freut sich wie ein König, der Nachbar schaut nur verdutzt. ‚Guten Hunger, Jungs‘ Den hatten sie. Es war nicht schön ihnen beim Essen zu zugucken, aber wenn man David Hasselhoff schon besoffen essen sehen hat, dann schockt einem so schnell nichts mehr. Fertig mit essen und jetzt ab ins Bett. Noch kurz über den Tag gesprochen und der Tag ist vorbei. GESCHAFFT

    Warum war ich diesen Tag so Verständnis voll und hilfsbereit?

    Mein Mann und ich sind nun seit 12 Jahren ein Paar. Seitdem wir uns kennen, haben wir uns von Freunden und Bekanntschaften entfernt. Haben uns auf uns und unsere Beziehung konzentriert und später dann kamen unsere zwei Jungs. Soziale Kontakte beschränkten sich auf die Arbeit, dem Dartverein und vielleicht mal ein Plausch im Kindergarten. Vor drei Jahren kauften wir uns ein Haus. Für die Kinder und meinen Mann waren die Nachbarn ein Volltreffer, zwei Mädels im gleichen Alter wie unsere Jungs und A auf gleicher Wellenlänge mit Schatz. Schatz tat es gut wieder einen Kumpel zu haben. Er trat letztes Jahr dem Schützenverein bei und ist viel aktiver als früher. Es tut nicht nur ihm sondern auch unserer Beziehung gut. Die AMG des Schützenvereins hat eine Boßeltour und Rippchen essen geplant, an Vatertag. Es ist nun mal DER Tag an dem solche Sachen geplant werden. Es ist der einzige Tag an dem die Männer unter sich ohne Frauen ungestört feiern, sich besaufen, anpöbeln, in Männersprache reden und sich am Sack kratzen oder was auch immer sonst noch machen können. Vater sein, Radtour machen, spazierengehen, den Zoo besuchen usw. kann er noch an so vielen anderen Tagen im Jahr mit uns machen. Aber nicht am Männertag!

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    1. @MrsAirpump
      Meine Hochachtung! Man kann als Frau zu den Ritualen der Männer stehen wie man möchte. Vieles ist nicht zu verstehen. Aber eines verstehe ich sehr wohl: Männer können sehr dankbar sein, wenn frau ihnen diese Rituale lässt. Ich habe Jahre unter Männern gelebt und kenne ihre Innensicht sehr gut. Es gibt Männer, die können das verständnisvolle Verhalten ihrer Frauen wertschätzen, für andere wiederum sind Frauen Wesen auf einem fremden Planeten und dürfen sich dann aber auch nicht wundern, wenn diese Frauen ihnen gegenüber frustriert sind. Ich finde, „ihren“ Vatertag sollten Männer so verbringen können, wie sie es möchten, solange ihre Frauen nur das ausbaden müssen, wozu sie bereit sind. Es ist eine Frage der gegenseitigen Wertschätzung – ein Mann, der übers Jahr für seine Frau und seine Familie da ist, darf am Vatertag auch mal tun, was ihm und seinen Freunden gut tut. Das muss man als Frau nicht verstehen. Ich finde es aber schön, wenn ein Mann spürt, dass er diese Freiheit in einer Beziehung haben kann. Er gibt das auf seine Art zurück. Das darf frau auch nicht vergessen. Tut er es nicht, ist er das Verständnis nicht wert und man muss sich fragen, was für eine Basis die Beziehung hat. Vatertag … so sehr wir darüber den Kopf schütteln mögen: Männer sind nun mal keine Frauen, und es ist ein Tag im Jahr. Ja und?

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  4. Ach Nina, ich verstehe dieses „Ritual“auch nicht. Wenn es sich dabei wenigstens noch um „echte“ Väter handeln würde. Aber oft handelt es sich um Wesen, die einen Vorwand suchen, ausserhalb des Wochenendes saufen zu können.
    Ich halte eh nicht viel vom „Saufen“, egal zu welchem Anlass. Hat nix mit Spassbremse zu tun, sondern z.B.mit Ekel und fremdschämen.
    Mir wäre gestern auch ein Vater lieber gewesen, der den freien Tag mit seinen Kindern nutzt, die er nur alle 14 Tage mal für ein paar Stunden sieht. Aber naja, da sieht man dann mal, wo die Prioritäten liegen….

    Gruß Silke

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  5. Mein Mann (& Papa unserer 2 Wunder ) hat den Tag lieber mit uns genossen und der Großen einen großen Wunsch (Zoo) erfüllt.

    Ich war positiv überrascht, wie viele Papas lieber dort waren, anstatt diesem sinnlosen Brauch zu folgen.

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  6. Ist bestimmt Regionsabhängig. Auf dem Fleckchen mal so, auf dem anderen dann anders. Hier war das halbe Dorf mit Bollerwagen und Kind und Kegel unterwegs, hat gepicknickt und später dann in diversesten Gärten gegrillt. Alles eher Familien- als Vatertag. Ich würde wohl nicht ganz so pauschalisieren, aber die Betrunkenen unter den eigenen Fenstern nerven sicher tierisch, das verstehe ich.

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