Papiere, Papiere und nochmal Papiere…

„Haben Sie eine Indikation?“
„Ja, die ist ganz vorne in der Mappe“
„Aha. Und die Bestätigung des Therapeuten?“
„Gleich dahinter, also 1 oder 2 Seiten danach…“
„Aha. Und,… ah, ein Gutachten. Sieht ganz gut aus. Wo haben Sie die Bestätigung des Endokrinologen?“
„Die habe ich noch nicht bekommen, ich schätze mal, die ist nächste Woche in der Post.“
„Die brauchen Sie unbedingt“
„Ich weiß.“ – Ich nicke lächeln, während ich versuche nicht laut zu schreien. Dieses Gespräch führe ich nicht zum ersten Mal. Meine Unterlagen sind sortiert, damit ich ohne zu blättern sagen kann, wo welche Dokumente zu finden sind. Ich händige die Kopien gleich aus… Es spart oft viel Stress, wenn ich die Unterlagen vorbereitet habe… Was mir nicht erspart bleibt, sind die Fragen.

Mit jedem Arztbesuch kommen 1-2 Seiten zu meiner Mappe dazu, die ich inzwischen gescannt auf mehreren Medien und in mehreren Clouds gespeichert habe (nur für alle Fälle). Gerade hatte ich den Stapel wieder in der Hand, ich bereite mich auf den Termin am kommenden Freitag vor.

Eigentlich sollte alles für den Antrag auf Kostenerstattung für die GaOP (genitalanpassende OP – eine schöne Formulierung für Geschlechtsangleichung) zusammen sein, aber ich habe ja nur ein Gutachten. Während ich das schreibe, schüttle ich den Kopf… Ich habe ein Gutachten, weil ich für die österreichischen Behörden nur eines brauchte… die deutschen Gerichte brauchen ja 2. Und weil die deutschen Gerichte 2 brauchen, hat es sich eingebürgert, im Verlauf der Genehmigungsverfahren auch 2 zu verlangen… (das machen einige Ärzte und die meisten Krankenkassen und angeblich auch manchmal der MDK). Aber genau weiß das niemand… zumindest konnte ich auch nach zahlreichen Stunden am Telefon nicht herausfinden, ob ein Gutachten ausreicht…

Und dann ist da noch was: Es gibt zwar immer wieder trans Frauen, die eine Epilation des Oberkörpers machen haben lassen – aber irgendwie finde ich da kaum Infos… wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ich die erste bin, die die sichtbaren Haare im Dekolleté dauerhaft loswerden will. Naja, dafür brauche ich sicher noch einen ganzen Stapel Papiere, Papiere und nochmals Papiere…

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2 Gedanken zu “Papiere, Papiere und nochmal Papiere…

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