Frustrierend – Die Illusion von Gleichberechtigung…

Manchmal betrachte ich trans*sein von außen. Ich Schaue, welchen Status wir in der Gesellschaft haben, denke über die angeblich schon komplett erreichte Gleichberechtigung und rechtliche Gleichstellung nach und dann..

Dann bemerke ich:

  • dass Transfrauen in Datingplattformen immer gleich viel zahlen wie Männer – cis Frauen aber weniger.
  • dass trans* in vielen Dating Apps einfach nur zwischen Mann und Frau wählen können… und in jeder Gruppe Beschimpfungen bekommen und oft wegen Falschangaben gesperrt werden
  • dass trans* in BDSM Clubs und Plattformen nur als Menschen mit Fetisch wahrgenommen werden
  • dass Transfrauen in Swingerclubs Eintritt zahlen müssen – Cis Frauen selten
  • dass Transfrauen im Waxingstudio den Männertarif bezahlen
  • dass trans* am Flughafen meistens von Männern abgetastet werden
  • dass trans* unabhängig von der Personenstandsänderung  oder GaOP immer wieder dem angeblich anantomischen Geschlecht zugeordnet werden
  • dass trans* oft nicht mal die Toilette selbst auswählen können, ohne, dass cis mitreden
  • dass trans* am besten nicht über Sex reden sollten…

Verdammt nochmal: Ich bin eine Frau. Ja, ich hab nen Penis – hab ich mir nicht ausgesucht. Ihr cis habt keine Ahnung, welches Privileg es ist, dass ihr vor/bei einem Date nicht eure Genitalien erklären müsst…

Ja, ich weiß… Ihr habt diese Welt nicht gemacht und ja, mindestens 90% meiner cis Bekannten würden diese Ungerechtigkeiten am liebsten aus der Welt schaffen. Zumindest im Kopf… Trotzdem ist es für trans* oft unendlich schwerer ein Date zu bekommen – dabei haben so viele trans* so viel Liebe zu geben.

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5 Gedanken zu “Frustrierend – Die Illusion von Gleichberechtigung…

  1. Ich will dir dein Gefühl nicht schmälern und nicht anderweitig verändern.
    Ich sehe aber, dass es nicht um trans* geht, sondern um „Norm“.

    Dass Menschen zu oft alles ablehnen, das nicht ist, wie es sein „soll“.
    Wer auch immer sich zu erdreisten wagt zu bestimmen, was das überhaupt ist.

    Behinderte Menschen; farbige Menschen; anderweitig auffallende Menschen; Kleinwüchsige, … vollkommen egal.
    Sehr viele Menschen sind einsam, ungeliebt oder abgelehnt, weil sie nicht dieser „Norm“ entsprechen.
    Ich rede sehr oft mit meinem Mann darüber, weil auch er immer nur Frauen kennen lernte, die in ihm einen „tollen Kumpel“ sahen. Aber lieben?! IHN?!…. Och nö…. was sagen denn dann die Eltern? Die Freunde?

    Letztlich sind nicht jene Menschen ohne „Normierung“ kaputt, sondern viel eher jene, die nicht flexibel genug; offen; herzlich oder beseelt genug sind, auf jene Norm zu pfeifen.
    Ich als Ex-Hure gehöre auch eher zu den Un-normierten und auch ich habe keine Freunde.
    Aber…. will ich denn wirklich Menschen um mich, die es benötigen, mich in eine Kiste stecken zu können?
    Die sich nur dann gut fühlen, wenn ich bin und tue, „was alle tun“? Was sie wollen?
    Die genormten Menschen sind in meinen Augen jene, die etwas verloren oder noch nicht gefunden haben. Manche lassen sich hierbei gerne helfen – andere nicht.

    Aber ja, Du hast Recht – es gibt sehr viele Menschen die viel Liebe zu schenken hätten.
    Würde sie doch mal einer annehmen wollen.

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  2. Ich verstehe das auch nicht. Auch wenn ich nicht „betroffen“ bin, ist es mir völlig unklar warum man diese Unterschiede macht. Besonders bei der Toilettenfrage und dem Reden über Sex. Ich würde mir das ganz anders wünschen. Wenn Menschen anders sind – wie auch immer anders – dann sollten sie sogar unbedingt darüber sprechen dürfen. Würde das nicht allen anderen viel besser helfen zu verstehen? Wenn ich eine Transfrau auf der Toilette treffe, dann freue ich mich doch, dass dieser Mensch genau weiß wo er hingehört. Da interessiert mich doch nicht womit er (der Mensch) hinter der Toilettentür in das Becken macht. Und selbst wenn du mir das mitteilen wolltest, würde das nicht auch Ängste nehmen? Man müsste genau was los ist und würde gar nicht erst auf die Idee kommen, sich selbst irgendeinen Blödsinn daherzuspinnen.
    Es ist immer das fehlende Wissen, was Menschen in Situationen bringt, die absolut unnötig wären.

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  3. „dass trans* in BDSM Clubs und Plattformen nur als Menschen mit Fetisch wahrgenommen werden“

    Das ist aber ziemlich unglücklich formuliert^^ Es ist ein Problem, dass man nicht immer als (Trans-) Frau wahrgenommen wird, sondern teils als außergewöhnlicher Mann mit besonderen Neigungen (bzw. andersherum), Shemale oder was auch immer, aber das reine Ausleben eines Fetisches ist ja genau das, was dort alle gemein haben.

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