Der stumme Kampf…

Azs jeder Pore sprießt ein Haar. Selbst an den Rückseiten der Finger. Meine inzwischen deutlich runden Brüste sind bedeckt mit einem borstigen Flaum. Wäre alles kein Problem, einfach rasieren und gut ist es.

„Nein, das wirst du nicht“, ruft meine Haut lautstark. Derzeit beginnt mein eigenes Immunsystem wieder einen Kampf gegen das größte Sinnesorgan. Meine „zu Neurodermitis neigende Haut“ schmerzt fast ununterbrochen. Bei der kleinsten Irritation reagiert sie mit Rötung und dann… Dann übernehmen die Schmerzen.

Statt weicher Haut, hab ich Borsten. Mein Gehirn kennt meinen Körper und ich arbeite gerade jetzt in diesem Augenblick daran, mich nicht für diese Haut zu hassen. Ich fühle mich gerade nicht weiblich, empfinde mich nicht als attraktiv und schon gar nicht als verführerisch oder sexy. Im Moment nehme ich mich mit Abscheu wahr.

Dieses Gefühl kenne ich. Auch wenn ich mal glatt rasiert bin, einen Tag später spüre ich am ganzen Körper Stacheln. Jeder Zentimeter Haut reibt dann  an der Kleidung.  Ich spüre es lange bevor es sichtbar wird.

Ja, mein Problem ist eine Kleinigkeit verglichen mit ernsthaften Erkrankungen und anderen Problemen in der Welt. Da ich aber in dieser Haut stecke und nichts daran ändern kann (im Moment nicht einmal für die Optik) ist es das Thema, das mich ständig beschäftigt.

Ich sage meist nichts. Es würde nichts ändern. Aber ich will aus dieser Haut heraus. Ich will die Schmerzen nicht und die Haare nicht. Meine Gedanken richten sich gegen mich. Obwohl es keinen wirklichen Grund gibt, habe ich den Wunsch, nicht mehr zu existieren… Und nein, ich werde keine Dummheit machen. Ich kenne mich. Kenne meine stummen Kämpfe. Weiß, dass es bald besser wird… Bald… Irgendwann… Wenn ein Tag kommt, an dem ich meine Haut nicht jeden Augenblick spüre. Hoffentlich bald wieder. 

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4 Gedanken zu “Der stumme Kampf…

  1. Hallo Nina,
    das klingt in der Tat schwierig und belastend. Eventuell helfen dir ja haarreduzierende Körpercremes? Zum Beispiel die normalen aus der Drogerie (Veets und Co.) oder aber welche aus der Apotheke wie Bioxet oder eine auf Eflornithin-Basis (bei Hirsutismus soll Vaniqa ziemlich gut wirken). Lass Dich vielleicht von Deinem(r) Dermatologen(in) oder in einer Endokrinologie-Praxis beraten (hast Du wahrscheinlich schon längst…). Ich drücke Dir von Herzen die Daumen, dass Du Dich bald wieder wohler in Deiner Haut fühlen kannst.
    Lieben Gruß,
    Margit

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    1. Hallo Margit,

      Die Cremes sind mit ihren Inhaltsstoffen zu aggressiv für meine Haut und wirken nur unwesentlich länger als eine Rasur, mit dem Nachteil, dass viele Haare danach einwachsen.

      Der Kommentar meines Endokrinologe: „Haare, die da sind, hören nicht einfach auf, nur weil der Hormonspiegel sich ändert. Fragen Sie mal Frauen mit Damenbart.“

      Liebe Grüße, Nina

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  2. Unter Neurodermitis leide ich leider auch. Wenn ich mich zweimal die Woche rasiert habe (ich bin auch ein Großflächen-Rasierer, rasiere zum Beispiel auch die Unterarme), wurde meine Haut ganz rot, trocken und brannte.
    Etwas geholfen hat mir folgendes:
    – nach jedem Duschen verwende ich Neutrogena Deep Moisture Bodylotion sensitive (die „weiße“ nicht die mit dem blauen Etikett). Gibt’s in der Drogerie.
    – bei den akut befallenen Stellen (Armbeugen) verwende ich täglich zweimal Bedan-Creme. Gibt’s in der Apotheke.
    Seither geht es meiner Haut sehr viel besser und rasieren verkraftet sie auch ohne Rötungen.
    Kann sein, dass dir das gar nicht hilft, bzw. zu teuer ist. Soll auch nur ein Tipp sein 🙂

    Gefällt 1 Person

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