Warum machst du das?

In dieser Woche wurde ich mehrfach gefragt, warum ich das mache, dieses Ding mit Aktivismus. Warum ich meinen Mund auf reiße, anstatt unauffällig und unscheinbar zu sein, wo kein Spott hinkommt. Warum sollte eine Person sich öffentlich äußern?

Tja, ich glaube, dass ich die Welt nicht verändern kann, wenn ich schweige und unauffällig versteckt ein Dasein führe. Eigentlich versuche ich nicht einmal meine Transsexualität so sehr zu thematisieren, sondern einfach nen Einblick in meinen Alltag zu geben. Also wozu mach ich das?

Ehrlich gesagt in erster Linie für mich, ich brauche manchmal ein Ventil, um Dampf abzulassen, auch mal Frust und auch schöne Ereignisse festzuhalten. Erst dann kommt ihr, meine Leser*innen… Einige der Kommentare haben mich tief bewegt, in diesem Jahr habe ich viel Zuspruch erhalten, wo ich noch unsicher war. Danke dafür.

Ich bin eine Träumerin, eine Idealistin, die in der Vorstellung lebt, ein einzelner Mensch könnte die Welt – wenn auch nur ein kleines bisschen – verbessern. Ich hoffe tief in mir, dass ich anderen trans* ein bisschen von den positiven Erlebnissen mitgeben kann. Ich hoffe, dass Menschen, die Fragen haben, diese auch stellen (nina@klischeefrei.de) und dabei ist es mir egal, ob ihr selbst trans seid, oder Angehörige oder Freunde betroffen sind.

Vor einem Jahr war ich aufgeregt, weil ich dem Termin beim Endokrinologen immer näher kam und einiges an Gedanken, Hoffnungen und Ängsten mich bewegte. Ein Jahr ist viel Zeit… Bin gespannt, wie es weiter geht. 

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10 Gedanken zu “Warum machst du das?

  1. Hallo Nina, ich finde das klasse, dass Du den Mund aufmachst. Es gab mal vor einiger Zeit auf sonem Krawallsender (RTL2?) also eigentlich ein Sender, den ich sonst nie gucke, eine Doku über Transsexuelle und ich bin da eigentlich nur beim Zappen reingerutscht und habe das voll Interesse bis spät in die Nacht geschaut – und überhaupt erstmal kapiert, wieviel Leid es für die Betroffenen bedeutet und was überhaupt alles dazu gehört – meinen tiefen Respekt für Dich und alle anderen. Aber für Dich ganz besonders, weil Du darüber redest! Und ein einzelner KANN die Welt verbessern, finde ich. Beste Grüße Merle

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  2. Liebe Nina, ich bin dir so dankbar, dass du deinen Blog führst und darin nicht vorwiegend über *trans sprichst, sondern, und das ist das Besondere, von deinem Alltag. Mir hilft das, euch besser zu verstehen und euch so zu sehen, wie IHR gesehen werden wollt, nicht wie die Gesellschaft mir es beigebracht hat.
    Danke und weiterhin alles Gute!!

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  3. Ein alter Leitspruch, besonders in Schriftstellerkreisen, sagt „Schreib über das, was du kennst.“
    Nun bist du ein Mensch mit einem Dasein, das viele von sich selbst und aus ihrem Umfeld nicht kennen. Und sich wohl kaum vorstellen können. Das ist doch der beste Grund, das öffentlich zu machen.

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  4. Liebe Nina,
    ich hab es ja schon mal gesagt: Bitte mach weiter.
    Wir müssen lernen, verstehen und begreifen, nicht nur „akzeptieren“, dass Cisgender eben nicht die einzige Realität ist und dass rechts und links ganz viel genauso normal ist, wobei normal mal wieder der falsche Ausdruck ist.
    Und das kriegen wir nur hin, wenn Frauen wie Du darüber reden und, ja, sich engagieren. Ich habe eine sehr mutige Kollegin, die transgender ist und darüber einen Film hat machen lassen – einen kleinen, war vielleicht ein bisschen bieder, aber trotzdem gut, finde ich.
    Alles Liebe!
    Tin

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