Die böse Gesellschaft… 

Es ist leicht, der Gesellschaft die Schuld am Leiden von trans* zu geben. Natürlich lässt sich eine gewisse Rücksichtslosigkeit und Ignoranz gegenüber trans Themen nicht so ganz von der Hand weisen. Und ganz ehrlich müssen trans* sehr viel mit Behörden, Krankenkassen und anderen kämpfen, um ihre Behandlung und grundlegenden Rechte (Korrektur von Dokumenten…) zu bekommen. Aber es wäre trotzdem zu leicht, die Gesellschaft pauschal für die Situation der trans* verantwortlich zu machen.

Generell ist es einfach, Schuld zuzuweisen. Schwerer ist es, Missstände aufzuzeigen und noch schwerer ist es, dagegen vor zu gehen. Es ist leicht, die Verantwortung für alles jemand anderen in die Schuhe zu schieben.

Die Schwierigkeiten, die ich als Transfrau erlebe, sind sehr unterschiedlich und vielschichtig.. Mein Leidensdruck ist nicht nur von der Gesellschaft bedingt, sondern auch im Kampf meiner Seele gegen diesen Körper. Meine Hoffnungen ruhen auf Menschen, die Toleranz einfach leben, die Veränderungen beginnen, auch wenn es sonst keineR tut, die mit ihren Handlungen die Gesellschaft verändern… In winzig kleinen Schritten… Beharrlich und zielstrebig.

Es ist nicht immer leicht, die Gesellschaft zu verändern. Es ist essentiell, die Welt für einzelne Menschen zum besseren zu verändern. Mit jedem Schritt zur Offenheit, Akzeptanz und jeder Form von  Inklusion wird die Welt ein kleines bisschen besser – für alle. 

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2 Gedanken zu “Die böse Gesellschaft… 

  1. Hallo Nina,

    Deine Blog-Einträge sind intensiv, klar formuliert, wachen & klaren Verstandes ob unserer Gesellschaft, den Mankos an dieser & lassen auch an Ehrlichkeit über Deine reellen/emotionalen Zustände/Situationen keinen Zweifel & nimmst kein Blatt vor den Mund – und all das in einer allgemein umsichtigen (= allseits verständnisvollen) Art & Weise, daß Du eher verbindend als trennend agierst – schon dafür gebürt Dir (mein) Respekt!

    Denn Du schlägst nicht einen ‚harten‘ Kurs an, bei dem man/frau jedem Menschen eine tolerante Denke ‚einhämmern‘ sollte – so würde es nie & nimmer funktionieren.

    Im Gegenteil, Du lebst was Du propagierst & propagierst was Du lebst – sicher verbunden mit einigem Aufwand, Kraft & Schmerz an Lebensqualität – aber meiner angelesenen Meinung nach immer offen & authentisch!

    Wenn ich ein ‚Klischee‘ bemühen darf?
    Deine Art & Weise Ego & gesellschafliche Sichtweisen aufzuzeigen & anzugehen, wirken bei aller Differenzierung so verbindend, wie es meiner Ansicht nach nur eine Frau hinbekommt – was ein offenes Kompliment für Dich sein soll!

    Inklusion (bzw. https://de.wikipedia.org/wiki/Inklusive_Pädagogik) auf manigfaltigen Wegen steckt noch in den Anfängen & Kinderschuhen unserer Gesellschaft und gerade da beschreibst Du den Fortgang allzu nötiger Wege in klaren Worten…

    Zitat:
    „In winzig kleinen Schritten… Beharrlich und zielstrebig.“

    Mit besten Wünschen 🙂

    Horst

    Gefällt 1 Person

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