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Ich verstehe nicht, warum manche Menschen trans* so sehr hassen. Ich habe nichts getan, außer zu erkennen, dass ich kein Mann bin… Nichts.

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22 Gedanken zu “?

  1. Liebe Nina,
    mich wundern die hasserfüllten Kommentare leider in keiner Weise. Ich kenne sie ebenfalls nur zu gut.
    Über die Gründe lässt sich vermutlich viel spekulieren und am Ende stehen wohl Binsenweisheiten wie mangelndes Verständnis, Selbstprojektionen, verinnerlichter Cis-Sexismus. Vielleicht ist es auch einfach ein Indiz für den Kampf um Deutungshoheit. Die ehemals (vermeintlich) klare Kategorie ‚Geschlecht‘ befindet sich spätestens seit Judith Butler in Auflösung, was mitunter zu einer fundamentalen Verunsicherung und Furcht führt. Furcht wiederum führt zu Wut, Wut führt zu Hass (Zitat von Meister Yoda). Ich habe den Eindruck, transgeschlechtliche Menschen geraten dabei zunehmend ins Visier hasserfüllter Menschen.
    Gerne würde ich dir sagen, dass du dir so was nicht zu sehr zu Herzen nehmen sollst. Doch ich weiß, wie schwer das oftmals ist. Mir half die Erkenntnis, dass es immer irgendwelche Arschlöcher geben wird, die anderen Menschen mit Ignoranz, Arroganz und Hass begegnen, und eine Diskussion mit ihnen in der Regel nicht viel bringt. Wer nicht bereit ist, seine irrationalen Ängste und Vorurteile abzulegen, wird nicht offen sein für andere Meinungen/Sichtweisen. Und es ist auch nicht allein deine Aufgabe für mehr Verständnis zu werben, wobei ich dir nicht trotzdem dankbar dafür bin, dass du es dennoch tust. Um es kurz zu machen, denk daran, dass es – unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität, Sexualität/Begehren – viele Menschen gibt, die für das Recht auf Selbstbestimmung und ein Leben ohne Gewalt und Diskriminierung eintreten. Vielleicht hilft es manchmal, sich das vor Augen zu führen und sich nicht so allein gelassen zu fühlen.
    Alles Gute und noch viele schöne Stunden im Schwimmbad!

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  2. Ich schätze viele sind einfach eingeschüchtert von deiner Stärke.

    Du gehst einen harten Weg, es erfordert viel Mut und Kraft diesen Weg zu gehen. Aber du gehst in und mich beeindruckt das sehr.

    Auch wenn ich es sehr schade finde, das du dich zurück ziehst finde ich auch das richtig für dich. – Dein Tag im Schwimmbad war für dich, zumindest soweit ich das gelesen habe, ein schöner Tag im RL, der erst duschs Internet einen Faden Beigeschmack bekam.

    Es muss nicht sein das du dir deine guten Erlebnisse madig machen lässt…

    Ich hoffe du findest in Zukunft noch viele schöne Tage.

    Viel Glück und Kraft.
    Ich bewundere dich.

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  3. Liebe Nina,

    ich habe nicht mitbekommen, was heute (?) der letztendliche Auslöser war, dich zurückzuziehen.
    Ich sehe zwar noch deinen Twitter-Account, kann aber nichts mehr lesen… warum auch immer. :-/

    Ich denke, genau wie die vorherigen Kommentarschreiber hier, es liegt an der Angst vor deiner Stärke und deines Selbstbewusstseins.
    Das Zitat von Meister Yoda passt gut – dass Angst Furcht und dann Hass erzeugt, das gab es schon immer… ob zu Zeiten der Hexenverfolgung oder heute.

    Ich glaube nur nicht, dass „nur“ oder vor allem transgeschlechtliche Menschen ins Visier von hasserfüllten „Mit“menschen geraten, sondern jeder, der es wagt, nicht mit dem zur Zeit als normal geltendem Strom zu schwimmen.
    Der Hass, der damals den Sufragetten entgegenschlug, war sicherlich nicht weniger krass, als der, der früher (und leider immer noch) Schwulen und Lesben entgegenkam oder – sehr aktuell grade – dass, was sich Journalistinnen an übelsten Beschimpfungen anhören und -lesen müssen, nur weil sie es WAGEN, sich als FRAU zu den unterschiedlichsten Themen zu äußern.

    Bitte versteh mich nicht falsch, ich will auf keinen Fall das, was du erlebst, hier klein reden. Das würde mir nicht im Traum einfallen.

    Aber ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass du trans* bist, sondern „nur“ anders.
    Und ANDERS wurde schon immer von anderen mit Misstrauen, Angst und Hass beantwortet. Von den Kleingeistigen, denen, die selbst tief in ihrem Inneren etwas mit sich herumtragen, das nicht ganz der grad herrschenden Norm entspricht, und das sich manchmal regt und dann sofort zum Schweigen gebracht werden muss. Und das geht hervorragend, indem man andere, die offen mit ihrem Anders-sein umgehen, niederschreit, anpöbelt und mit Hass überschüttet.

    Nur… Nina… wo wären wir, wenn es nicht immer schon Menschen gegeben hätte, die offen ihr „Anders“-sein gelebt hätten? Die auf die Strasse gingen, um für ihre Ansichten und/oder ihre andere Lebensführung zu kämpfen? Die wieder und wieder diskutierten und sich aufs Übelste beschimpfen lassen mussten, weil sie ihre Meinung vertraten und um ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben? Wo wären wir heute?

    Ohne Menschen wie dich?

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    1. Danke für deine lieben Worte, aber der Grund für meinen Rückzug ist ganz einfach: ich werde nicht Inhalte schreiben, die dann auf einer Seite voll Transfeindlichkeit verwendet werden.

      Ich lenke meine Aufmerksamkeit auf die Familie und ziehe mich dorthin zurück. Den Hass kann ich nicht aus der Welt schaffen, aber ich werde ihn nicht weiter mit Futter versorgen.

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      1. Das kann ich gut verstehen und das ist auch dein gutes Recht.

        Dein Weg ist nicht einfach, aber du hast Menschen, die dich lieben, an deiner Seite.
        Das hat nicht jeder.

        Und das ist mehr wert als alles andere.

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  4. Weißt du, meine ‚Baustelle‘ ist ähnlich, wobei ich bei den meisten sogar noch auf Verständnis stoßen kann, da viele Mehrfachbeziehungen immerhin beim Fremdgehen kennen lernen (auch wenn es mit dem offenen Leben im Alltag wenig zu tun hat). Sie können ein bisschen von dem Konzept verstehen. Und ich lebe das (soweit es nach außen ersichtlich ist) sogar in heteronormativen Grenzen (zwei Männer, nicht noch eine Beziehung mit einer Frau oder ’sowas‘). Und trotzdem zerstören wir damit für viele einfach ihr Weltbild, ihr Konzept von ’normal‘ und ‚richtig‘ und ‚ so gehört sich das‘.

    Es wundert mich letztlich wenig, dass noch fundamentalere Grenzauflösungen oder -überschreitungen, wie fix gedachte Grundsätze was biologische Identitäten o.ä. angeht beispielsweise, ein so tiefgreifendes Unverständnis auslösen, dass es in Hass umschlägt. Der Mensch ist letztlich eben sehr simpel und bequem … sich damit auseinander zu setzen würde Arbeit bedeuten, die man als dem ‚Mainstream‘ zugehörig eigentlich nicht zwingend aufbringen muss.

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  5. Oh, du heißt ja so wie ich! 🙂

    mal im Ernst: Mein 50 jähriger Klassenlehrer machte Witze über einen 14 jährigen trans-Jungen aus der Neunten. Der hat den vor meiner Klasse richtig verhöhnt. Und die kleinen Witzfiguren in meiner Klasse fanden das witzig. Letzendlich hatte ich mich nach dem Vorfall an die Beratungslehrerin gewandt. Seitdem habe ich von ihm nur teils homophoben Scheiß hören müssen.
    Mir unbegreiflich, wie ein unreflektierter alter Sack sowas zusammenkriegt. r

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  6. Liebe Nina,
    es tut mir sehr leid, dass dir immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Ich verstehe deinen Schritt zu sagen, dass es dir zu viel ist & du keine Angriffsfläche bieten willst. Ich hoffe du passt gut auf dich auf, du wirst fehlen. Sowohl hier, als auch auf Twitter. Du bist stark und wunderbar, ich hoffe du vergisst das zwischen all dem negativen Scheiß nicht.
    Fühle dich umarmt, wenn du magst!
    Ich wünsche dir viel Kraft & alles gute für deinen weiteren Weg!

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  7. Liebe Nina,

    das tut mir sehr leid! Ich verstehe die Menschen sind. Ich mag deinen blog sehr, lese alles und war bei den letzten Einträgen arg geschockt! Soviel Hass ungefiltert kommt meist im www vor. Real sind die meisten zu feige. Ich kann deinen Rückzug verstehen, aber ich finde es auch sehr traurig.
    Verlier deinen Mut nicht!
    Dein Rückzug zu/in deine Familie – es wird dir gut tun und Kraft bringen.
    Gern hätte ich dir mehr geschrieben, aber ich finde hier deine Mailadresse nicht mehr und die alte wird es wohl nicht mehr geben.
    Liebe Grüße an dich und deine Frau

    Sylvie

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  8. Ganz liebe Nina,
    ich wünsche dir eine wunderschöne Zeit mit deiner Familie und Freunden. Viel Liebe, Ruhe, und Fröhlichkeit im Kreis deiner Lieben. Es war unendlich bereichernd, dir „begegnet“ zu sein. Danke!

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  9. Liebe Nina!
    Ich lese sehr gern bei Dir. Es tut mir leid, daß Du so etwas erleben mußt. Du wirst mir fehlen.
    Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und Gute!
    Viele Grüße,
    Steffi

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  10. Hallo, liebe Nina 🙂

    Ich lese hier viele Abschiedsgrüße deiner Leser und frage mich seit gestern, wo Du denn geschrieben hast, dass Du gehst?! Dass Du aufhörst zu bloggen?!
    Ich will und werde mich von dir nicht verabschieden – denn ich habe nur gelesen, dass Du aufhören willst, die WELT zu verändern……

    Ich glaube, das ist eine gute Entscheidung – denn andere kann man niemals verändern.
    Das kann man nur sich selbst.
    Und das tust Du ja.
    Du hast den Mut, dein Innen jetzt auch ins Außen zu transportieren und auch im Außen so zu sein und zu leben, wie dein Herz längst fühlt.

    Auch wenn ich daran glaube, dass genau DIES unser Lebenszweck und -sinn ist, so erleben wir doch überall wo wir hinsehen, dass Menschen genau das NICHT tun.
    Sie sagen zu dir, Du seist „mutig“ und dein Schritt sei ein „großer“ – dabei tust Du einfach „nur“, was gut für dich ist und gehst deinen Weg.

    Ich glaube, der Hass entsteht durch den Neid, die Eifersucht und die Enge des eigenen Angstgefängnisses, weil all die Menschen an dir sehen können, wie gut es tut, man SELBST zu sein – und weil Du ihnen „vorführst“, was sie selbst alles verpassen und NICHT bekommen, weil sie zu feige, zu faul, zu inkosequent, zu verlogen, zu oberflächlich oder was auch immer sind.
    Und so scheißen sie dich zu mit einer Wut und dem Hass, die sie ansonsten auf sich SELBST haben müßten.

    Ich sehe in dir einen Menschen, der anderen ein Angebot macht.
    Du zeigst, wie es gehen kann, sich selbst zu sein und zu lieben – und auch die Lieben um dich herum.
    Andere können von dir lernen und ihren eigenen Weg genauso gehen.
    Oder es lassen.
    Es ist eine Wahl.

    Dieser Hass auf „dich“ zeigt im Prinzip also lediglich all die Irrwege so vieler Menschen und hat mit dir persönlich rein garnichts zu tun. Auch nicht mit trans* oder homo* oder was auch immer.
    Er ist einfach die Feigheit anderer, IHREN Weg zu gehen. Somit wünsche ich dir von Herzen, dass DU einfach in aller Seelenruhe und in Liebe weiterhin deinen Weg gehst. Und mit deiner Familie Liebe lebst.

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    1. Ich habe meine Einträge gelöscht, weil ich kein Bedürfnis habe Stoff für einen transfeindlichen Blog zu liefern. Ich habe Screenshots des anderen blogs gespeichert und lasse jetzt prüfen, ob ich wegen Urheberrechtsverletzung dagegen vorgehen kann. Meine Texte sind nämlich nicht public domain.

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    2. an Luise: Treffender geht’s nicht zu beschreiben!

      Ganz liebe Grüße natürlich auch an Dich, Nina samt Familie und alle Mitlesenden.
      Möge spätestens im nächsten Leben bei manchen von ihnen Einsicht und Toleranz kommen….

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