Und wieder einmal die Erkenntnis…

Nicht alles, was über Trans* geschrieben wird ist gut, richtig, sinnvoll oder verständlich. Ehrlich gesagt treffe ich auf unbeschreiblich viele Texte, in denen Klischees gehegt und gepflegt werden und Schubladen bedient werden, die fände ich nicht einmal.

Trans* ist ein Zustand, keine Wahl. Daher kann man getrost jeden Text, der das behauptet schließen. Oft entsteht aus der oben genannten Annahme einer Wertung, wie trans*: Weg damit. Jemand der Transmenschen vorschlagen oder vorschreiben will, wie sie zu sein haben: Mülltonne.

Dann gibt es die klugen Aktivisten (99,9% davon sind Männer), die die Probleme des Feminismus im Feminismus begründet sehen und gelegentlich auch ein paar Worte über Transgender schreiben. Da kommen dann super Beispiele und oft wird ein Teil der Transgender als Freak bezeichnet. Formulierungen wie Geschlechtsumwandlung oder „die hat sich zur Frau umoperieren lassen“…. Alles einfach kopfschüttelnd zum Müll.

Und jene, die transgender als Gefahr betrachten… Weg damit. Ganz schnell.

Woran erkennt man gute Texte zu trans*themen?

1. Es wird nicht gewertet
2. Weder trans noch cis werden beleidigt
3. Es geht um konkrete Themen oder Personen, keine erfundenen Beispiele („ich kenn jemand, dem seine Frau hat mal…“)

Eigentlich logisch, sollte man meinen. Ich bevorzuge übrigens Texte, die ohne Abkürzungsverzeichnis und ohne akademischen Abschluss gut verständlich sind. Aber das ist nur meine persönliche Meinung 🙂

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8 Gedanken zu “Und wieder einmal die Erkenntnis…

  1. Klar verständlich zu schreiben, ist nicht immer leicht – macht es aber dem Leser (ich benutzte keine Gendersprache – es sind immer alle Geschlechter gemeint) leichter!

    Wir haben es uns nicht aussuchen könne, welche Identität wir haben und jeder sollte so leben können, wie er es will!

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  2. Setzt man deine Vorgaben um, kommt ein Gespräch mit Andersdenkenden gar nicht mehr zustande, man bewegt sich ausschließlich unter Gleichgesinnten in der eigenen Filterbubble. Das gilt nicht nur für Trans*, sondern für alle.

    Mir reicht es, wenn jemand ARGUMENTIERT und bereit ist, sein Thema anhand von (am besten selbst erlebten) Beispielen zu vertiefen. Dann kann man sich mit dern darauf fußenden Thesen auseinander setzen – und selbst wenn man die Bloggerin/den Autor nicht überzeugt, so hat man doch ein inhaltliches Zeichen gesetzt für alle anderen, die das noch lesen!

    Dieses Abschotten, Blocken, Ausblenden, Ignorieren bringt niemanden weiter und führt nicht zum neu nachdenken, sondern ist reine Abgrenzung. Und das gegenseitige Schulterklopfen unter Gleichdenkenden bringt vielleicht ein heimeliges Gefühl, aber mehr auch nicht.

    Es ist nicht immer angenehm, wie „irgendwer“ über Minderheiten (oder auch Mehrheiten) denkt – aber es ist FAKT und wenn man daran sehr viel Uninformiertheit erkennt, ist es aus meiner Sicht eine gute Tat, dagegen zu halten und sich zu äußern.

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    1. Interessanter Standpunkt. Ich kann zwar nicht ganz verstehen, wie du „Abschotten, Blocken, Ausblenden, Ignorieren“ kommst.

      Texte, in denen Transfrauen als Freaks bezeichnet werden, betrachte ich nicht als irgendwie konstruktiven Input zum Thema Transsexualität.

      Setzt man meine Vorgaben um, kommt es zu respektvollem Umgang mit anderen. Ohne Wertung, ohne Beleidigungen und aufs Thema fokussiert – anhand von konkreten Beispielen.

      Die „ich kenne jemand, der/die hat….“ ist keine Argumentation. Und der Text, der den Hintergrund für diesen Post darstellt, nennt eine Frau Freak, weil sie offensichtlich keine so tolles Passing hat. Im gleichen Text werden Feministinnen als sexistisch bezeichnet…

      Nein. Nicht jeder Text, in dem das Wort Transsexualität vorkommt, ist ein sinnvoller Beitrag zum Thema. Im Gegenteil. Ich habe gestern drei „Artikel“ über Transsexualität gelesen, in denen „diese Neigung“ als unnatürlich und krank bezeichnet wird.

      Meine Eintrag ist eine persönliche Meinung, meine Vorschläge eine Anregung, keine Anweisung.

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      1. Liebe Nina,
        ich breche halt gerne eine Lanze für mehr Dialog und Austausch – auch mit Andersdenkenden und Leuten, deren Inhalte mich ärgern. Grade heute, wo die Kommunikation im Netz allgemein immer kämpferischer und abgrenzender wird, finde ich das wichtig.

        Auf „“Abschotten, Blocken, Ausblenden, Ignorieren” kam ich durch dein Posting oben, in dem du „weg damit“ und „Mülltonne“ für bestimmte Texte angeraten hast. Ich setze mich halt lieber auseinander – und hab ja im übrigen im Auslöser-Blog gegen die bzgl. Transmenschen aus meiner Sicht falsche Meinung angeredet. Aber natürlich kann ich das als Nicht-Trans nicht sehr glaubhaft machen, sondern es bräuchte da schon jemand, der aus eigenem Erleben schreibt. Du wolltest das nicht, bloggst nun aber drüber.. so „allgemein“… (Woraufhin ich dann auch nicht weiter konnte, da Behauptung gegen Behauptung stand – ohne Möglichkeit, das zu entscheiden).

        Beide Meinungen sind übrigens gar nicht selten. Eine Frau, die zu männlich aussieht oder auch einen Mann, der zu weiblich aussieht, empfinden viele als „Freak“ (im Sinne von „unnormal“), auch wenn es nicht gesagt wird. Und dass Feministen/Feministinnen auch sexistisch sein können („den Feminismus“ gibt es nicht!), finde ich in manchen Fällen berechtigt.
        Ich blogge seit 1999 und versuche immer wieder, auch über strittige, emotional aufgeladene Themen sachliche Gespräche zu führen. Mal klappts, mal leider nicht.

        Danke für dein interessantes Blog und die Einblicke ins Transleben!

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    1. Ganz deiner Meinung. Ich denke, dass falsch verwendete Begriffe eher zu Missverständnissen führen, als Verständnis zu schaffen. Wobei ich zugebe, dass mir selbst auch ab und zu Fehler unterlaufen 🙂 ich bin auch nur ein Mensch

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