Du warst ja mal ein Mann, darf ich Dich mal fragen…

Ich höre mir die Frage an und in mir verknoten sich die Organe. Ich nicke höflich lächelnd und merke, dass ich einen Teil der Maske, die ich jahrzehntelang trug, in diesem Moment wieder trage. Eigentlich sollte ich auf den Tisch hauen und sagen: „Du hast nichts kapiert, darf ich dir ins Gesicht spucken?“ aber ich bleibe still.

Jedesmal, wenn jemand sagt, dass ich Mann war, ist es ein Kompliment, für die Rolle, die ich gespielt habe – mehr ist es nicht. Nein, ich war nie ein Mann. Vielmehr eine Frau, die heulend andere Frauen ansah und mit Neid ertrug, wenn sie ihre Freundinnen in tollen Klamotten sah. In Gesprächen über Emotionen war ich gefragt, weil ich eben kein typischer Kerl war.

Ich enttäusche nur ungern, aber ich war nie ein Mann. Ich fühle mich ja eigentlich auch nicht trans* …. Ich war immer eine Frau. Mit einem einzigen Chromosom Unterschied, einem – wie ich es emfpinde – Fehler im Bauplan, der mir einen Penis verpasste.

Fragt mich. Wirklich, ich antworte gerne, aber ich habe keine Ahnung vom Mann-sein.

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3 Gedanken zu “Du warst ja mal ein Mann, darf ich Dich mal fragen…

  1. Hallo Nina,

    ich sitze hier und bin total ratlos. Was hat Dich an meinem Beitrag gestört? Es muß Dir ja etwas sehr aufgestoßen sein, daß Du ihn nach ein paar Tagen wieder entfernt hast.

    Ich war ja hier (etwa im Gegensatz zu Twitter) nicht auf eine kleine Zeichenzahl begrenzt, sondern habe ausführlich geschrieben und begründet. Insofern können da doch hier keine Mißverständnisse entstanden sein? Ich habe ganz sachlich und logisch geschrieben.

    Ich habe Dich doch auch nicht angegriffen, ich habe Dir noch nicht einmal widersprochen. Statt dessen habe ich den von Dir angesprochenen Aspekt „Mann-Sein“ aufgegriffen und meine Erfahrungen und meine daraus gezogenen Schlußfolgerungen beschrieben. Also genau der inhaltliche Austausch, für den ein Blog mit Kommentarfunktion gemacht wird.

    Im Moment fühle ich mich wie Fuchskind in ihrem Werk „Schattenspringer“ die Gespräche an der Uni beschreibt (Band 1, Seite 144): Sie fängt ein Gespräch an, und mittendrin dreht der Kommilitone sich um und geht. Und sie steht da völlig ratlos und fragt sich, was denn nun passiert ist. Das ist ein ganz schlechtes Gefühl.

    Was habe ich denn falsch gemacht? Ich würde mich wirklich sehr über eine Rückmeldung freuen.

    Liebe Grüße,
    Daniel.

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    1. Du schriebst einen Kommentar, der keinen Bezug zu dem Eintrag hatte. Darin analysierst du deine Wahrnehmung zu Geschlecht, wieder ohne Bezug.

      Ich habe überlegt, was ich dazu antworten könnte und erinnerte mich an manche Dialoge bei Twitter, in denen du deinen Standpunkt immer wieder dargestellt hast. Es scheint so, als fehle dir die Fähigkeit den Standpunkt anderer Menschen verstehen zu können, zumindest gibst du mir dieses Gefühl.

      Es ist mein Blog und ich moderiere die Kommentare, weil ich Kommentare, die mir nicht gut tun, nicht haben will.

      Ich habe trotz der zahlreichen Begegnungen mit dir noch nicht herausgefunden, was dich zu mir zieht. Auf einer Party würde ich dich grüßen und den Raum wechseln, da ich mit dir nicht warm werde…. Das passiert zwischen Menschen. Vielleicht bist du ganz nett – aber ich weiß nicht, worüber ich mit dir reden könnte.

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      1. Ich hatte in meinem ursprünglichen Kommentar Deinen Satz „ich habe keine Ahnung vom Mann-sein“ aufgegriffen. Dazu habe ich darüber geschrieben, daß manche Menschen erwarten, daß jemand, der einen männlichen Körper hat, für sämtliche Männer sprechen kann, und jemand, der einen weiblichen Körper hat, für sämtliche Frauen. Also eine ganz analoge Situation zu der von Dir hier beschriebenen: Weil Du in einen männlichen Körper hineingeboren wurdest, erwarten Menschen, daß Du allgemein etwas für „die Männer“ bzw. über „das Mann-sein“ sagen könntest. Es ging in meinem Kommentar also genau um das, was Du in Deinem Blogpost beschreibst, nur eben aus einer anderen Sicht, aus meiner Lebenserfahrung.

        Meine Einschätzung beim Schreiben war, daß Du etwas darauf antworten würdest. Zum Beispiel, daß Du mir zustimmt und schreibst, daß diese Fragen zum Thema „Mann-sein“, die Dir gestellt werden, tatsächlich völliger Unsinn sind. Oder daß Du mir widersprichst und beschreibst, daß es für Dich doch ein allgemeines „Frau-sein“ gibt, das Du definieren kannst.

        Bei Twitter bin ja auch 140 Zeichen beschränkt, da können meine Argumente oder Sichtweise meist erst in Folgebeiträgen kommen, wenn ich merke, daß meine Verkürzung nicht verstanden worden ist. Ich möchte die Standpunkte anderer Menschen verstehen, aber dazu brauche ich Argumente,k nicht einfach ein „so ist es“. Ich entsinne mich z.B. an eine Diskussion auf Twitter, wo Du eine Formulierung im Transsexuellengesetz angeführt hast, die so dort aber nicht steht. Wenn etwas unlogisch ist oder sachlich falsch, dann überzeugt mich das natürlich nicht. Das ist aber doch bei anderen Menschen auch nicht anders.

        Wenn ich Dir irgendwo begegnen würde, würde ich mich sehr gerne mit Dir unterhalten. Ich finde es interessant, was Du schreibst, und ich würde Dir dann sicherlich im Dialog einige Fragen stellen. Ja, Fragen mit dem Ziel, Deinen Standpunkt zu verstehen! Aber ich brauche dabei Logik, also sachliche und logische Argumentation.

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