Nochmal drei Wochen…

Nochmal krank geschrieben. Nicht mehr ganz so extreme Schonung, aber auch noch nicht Normalbetrieb.

Wenn das dann nicht die beste Mumu von allen wird, werde ich sauer!

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Haushalt…

Ich will was schaffen. Renne ein wenig kopflos durch die Wohnung. Darf noch nicht heben, alles ein wenig Schonung… Wäsche waschen… Aber nicht heben… Spülmaschine geht… Betten beziehen… Oh, autsch, nein… Müll runter bringen… Ne, zu schwer…

Ich habe das Kissen und decken zurecht rücken satt! Langsam, jeden Tag ein kleines Stück, taste ich mich an meinen Alltag heran. Langsam erobere ich das „normal“ wieder. Langsam, ganz langsam, kann ich wieder alles machen, was ich will.

Was? Geduld? Hä?

Aufwachen.
Kaffee.
Frühstück mit Familie.
Meine Frau küssen.
Ihr einen schönen Tag wünschen.
Kinder ziehen die Schuhe und Jacken an.
Ihnen einen schönen Tag wünschen.
Tür zu.
Stille.

Wie jeden Tag räume ich den Frühstückstisch ab und mache mir ein wenig Musik an. Auch heute. Iron Maiden im Ohr, öffne ich die Spülmaschine und bücke mich. Schlagartig erinnert mich mein Körper daran, dass die OP eine „Großbaustelle“ war und noch nicht jede Bewegung schmerzfrei zugelassen ist. Ich beschließe erstmal was anderes zu machen… Rasieren, rasieren ist nicht anstrengend. Als ich aus dem Badezimmer komme, überlege ich, was ich denn machen könnte. Ich lege die Decken auf der Couch zusammen und ordne die Kissen. Ach ja, ich könnte Wäsche zusammenlegen. Ein kurzer Griff um den Wäschekorb und … verdammt.

Also setze ich mich an den PC und beginne einen Text zu schreiben. Nach 5 Minuten meint mein Körper, es wäre egal ob mit oder ohne Schwimmreifen – heute ist sitzen nicht drin.

Und jetzt bin ich da. Will etwas tun und mein Körper sagt beständig: „Geduld!“ ich merke ja, dass es nun wirklich deutlich besser wird und ich gebe zu, ich bin dann immer ein wenig übermütig, aber ich sehe es ja ein: ein paar Tage Schonung sind wohl noch nötig.

Frische Luft schnappen (enthält Werbung)…

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Eigentlich hatte ich ja einiges anders geplant, aber dann kam dieser erfreulich schnelle Termin für die OP und schwupp lag ich in Berlin und den Rest kennt ihr ja schon. Während ich noch im Vivantes Klinikum in Berlin die Gänge hoch und runter ging, kam zuhause ein Päckchen an.

Ernstings Family hatte für mich und meine Familie eine Auswahl von Herbst/Winterkleidung zusammen gestellt. Ich muss ja ehrlich sagen, es war leicht frustrierend in Berlin das Päckchen zu sehen und nicht anprobieren zu können.

Also hieß es abwarten. Eigentlich wollten wir gleich nach der Heimfahrt Fotos machen, aber erst passte das Wetter nicht und dann kam die Anordnung, mich zu schonen.

Da hab ich im Kleiderschrank so schöne Sachen (und auch die Kinder wollten ihre Pullis mal tragen) und komme nicht dazu, Fotos zu machen…. Aber dieses Wochenende war es endlich soweit: Es ging mit den Kindern raus.

Die Jungs tobten und es machte Spass ihnen dabei zuzusehen.

Aber ich hatte eigentlich etwas im Hinterkopf. Ich hatte vor Kurzem Fingerfallen gekauft – ein kleiner Scherzartikel, der den Kindern aber reichlich Spass macht. Nur kann man mit Fingerfallen nicht sonderlich gut spielen… Wir hatten zwar schon Einerlauf damit versucht (recht unterhaltsam aber kaum schwerer als ohne Fingerfallen) aber uns war noch keine richtige Spielidee gekommen. In meiner Tasche hatte ich Seifenblasen und Fingerfallen. Und es war echt einer Herausforderung, die Spass machte.

Wir hatten einen tollen Nachmittag und haben beschlossen uns noch weitere Spiele einfallen zu lassen 😉 und in unseren Kleiderschränken sind nun neue Lieblingsteile von Ernstings Family.

Übrigens könnt ihr auch in Janes Blog (meiner wunderbaren Frau) darüber lesen.

Schonung, Geduld und Geschenke…

„Schonen Sie sich“, sagte meine Gynäkologin und sah mich dabei so an, dass ich merkte:sie meint es ernst. Eigentlich läuft alles gut, aber die Wundheilung läuft langsam und ich muss seit dem Arzttermin einfach deutlich zurück schalten. Nicht bücken, wenig gehen, nicht Sitzen und eigentlich nur viel liegen. Und ich darf Sitzbäder machen.

Nun lebe ich in einer Familie und normalerweise erledige ich einiges im Haushalt… und nun: ist das Ausräumen der Spülmaschine eine Herausforderung geworden. Inzwischen ist der Erholungsfaktor des Herumliegens auch abgeklungen und ich bin ungeduldig. Abends in der Wanne den Duft von Kamille einzuatmen und für 10 Minuten warmes Wasser zu spüren – das ist mein Wellnessbereich.

Heilung. Ich werde oft gefragt, wie es der #mumu4Nina geht. Es ist jeden Tag anders. Mal zwickt es leicht, mal spüre ich sie gar nicht, mal pocht die eine Stelle und gelegentlich (besonders Nachts) kneift in jeder Position ein Faden der Nähte und zwar so deutlich, dass ich nicht schlafen kann. Ich habe nach wie vor wenig Schmerzen, aber dieses einschneidende Gefühl ist echt unangenehm. Aber: es geht voran, jeden Tag ein kleines Stück.

Vor ein paar Tagen kam ein großes Paket. Ihr wisste ja: ich darf nicht schwer heben. Meine beiden Kids, ein Rollbrett und der DHL Bote halfen mir, das riesige Teil sicher in die Wohnung zu bringen.

Ja, die Kinder hatten das Paket schon neugierig erwartet. Darin ware ein Klavierhocker, ein Cajon und drei Ukulelen. Alles Ergebnis einer Spendenaktion auf Twitter (danke @widerspenst und allen andern) und vom Musikhaus Thomann mit einem Sonderrabatt unterstützt.

Ich lerne also mit 45 Jahren ein neues Instrument (Ukulele) gemeinsam mit meinen Kindern… und ja, auf dem Hocker sitzt man wirklich anders und gerade Kind3 lässt sich seitdem so richtig treiben, wenn er am Klavier sitzt (mehrmals täglich)

Ich möchte mich auf diesem Weg bei Frau @widerspenst, allen Spender*innen und dem Musikhaus Thomann bedanken! ❤

Aus der Sicht der Kinder…

Ich bin nun knapp eine Woche zuhause und vor genau drei Wochen lag ich in meinem Zimmer im Vivantes Klinikum und hatte die OP seit ein paar Stunden hinter mir. Für mich ist nach wie vor erstaunlich, dass ich keine Schmerzen hatte. Aber ich will heute gar nicht so sehr über mich reden, sondern vielmehr über meine Kinder.

In den Wochen vor der OP stellten vor allem Kind1 und Kind3 viele Fragen. Kind1 (14) beschäftigte hauptsächlich die Frage, ob ich mir wirklich sicher wäre. Seine Frage war für mich vollkommen verständlich – ich erinnere mich sehr gut, wie wichtig so ein Penis mit 14 ist… da er schon einige Sportunfälle erlebt hat, war ihm auch klar, dass Hoden reichlich Schmerzen auslösen können und er schien sich bei den Fragen förmlich reinfühlen zu wollen.

Kind3 (8) zeichnet sich durch eine besondere Neugierde aus. Er spielte schon mit 4 mit kleinen Anatomischen Modellen und wünschte sich ursprünglich ein Skelett zur Einschulung (das will er noch immer). Er fragte ganz gezielt nach den Details des Eingriffs. Er fragte was wie und in welcher Reihenfolge gemacht wird, was mit den Teilen passiert, die weg geschnitten werden und ganz wichtig: ob ich danach noch pinkeln kann.

Unsere Tochter/Kind2 (fast 13) war vor der OP herzlich unbeeindruckt. Ich glaube das spannendste für sie war, dass ich in Berlin operiert wurde. Sie ist generell das, was man als ausgesprochen cool bezeichnen könnte… Sie ließ sich, wenn es sie beschäftigt hat, nichts anmerken.

Und unser kleinster… Kind4 (6)… Er war nicht sonderlich neugierig, aber in der Woche vor der OP war er sehr still. Er kuschelte sich oft an und hielt meinen Arm fest. Erst zwei Tage vor der OP fragte er zögerlich. Er hatte eigentlich einfach Angst. Für ihn war klar, dass etwas weg geschnitten wird und das war in seiner Vorstellung etwas schreckliches. Ich erklärte ihm, dass nichts einfach weggeschnitten wird und beschrieb ihm, warum ich mich auf die Operation freute. Wir kuschelten und als ich ihm erzählte, dass er mich ja in Berlin besuchen würde, war er einigermaßen beruhigt.

Tja… das war vor der OP. Am Wochenende nach der OP kam meine Frau mit allen 4 Kindern ins Krankenhaus. Ich hatte noch Katheter- und Drainageschläuche und die dazu gehörenden Behälter, aber es ging mir gut. Die drei großen Kinder kamen damit einigermaßen zurecht. Kind4 konnte mich nur schwer ansehen. Er wollte sich ankuscheln, aber die Schläuche und das Krankenhausbett gefielen ihm gar nicht. Es machte mich traurig, ihn so zu sehen. (Als meine Frau mir dann Fotos zeigte, wie viel Spaß die 5 in Berlin hatten, war ich ein wenig beruhigt).

Vor etwa einer Woche konnte ich nach Haus fahren. Glücklicherweise ohne Schlauch 😉 Zuhause auf der Couch, mit normaler Kleidung, da war Kind4 sichtlich erleichtert. Ich lag letzten Mittwoch zwischen Kind3 und Kind4 eingekuschelt auf der Couch und bin erleichtert, dass dieser Schritt nun hinter mir liegt.

Vorgestern holte mich Kind4 zu sich. Er saß auf der Couch und ich wurde unter seine Decke eingeladen, um zu kuscheln. So, wie „früher“ – ich glaube, seitdem bin ich für ihn wirklich angekommen.

Nein!

Nazis auf der Buchmesse.

Deutschland, das ist Terror. Ich werde mich weiter für Freiheit und Gleichberechtigung einsetzen. Ich stelle mich weiter gegen die Werte von Nazis und AfD Anhängern.

Nein zu Nazis. Nein zu Extremismus. Nein!